Schwester Theodorita Breitenmoser
Kloster Baldegg
103. Geburtstag am 27. Januar 2006
Maria Katharina Breitenmoser
wurde am 27. Januar 1903 in Ganterschwil SG geboren als Tochter von Johann Friedrich Breitenmoser von Lütisburg SG und
Anna Katharina, geborene Meier.
Sie besuchte 8 Jahre die Primarschule in Ganterschwil.
Ihr Vater war zuerst Webermeister in Ganterschwil Lewi.
Als die ganze Fabrik abbrannte, wurde sie nicht mehr aufgebaut.
In dieser Zeit ist die Handstickerei aufgekommen. Der Vater arbeitete mit einem
grossen Stickrahmen. Die Mutter hat nachgestickt und Fehler korrigiert. Die
Grossmutter, die Mutter des Vaters, hat den Haushalt besorgt und auch zu den
Kindern geschaut, als sie noch klein waren. Später haben die Kinder in der
Stickerei beim Fädeln und beim Spuhlen-Einrichten mitgeholfen. Die Familie
habe in dieser Zeit im Tha gewohnt, das sei ein kleiner Ort mit ein paar Häusern
etwa 20 Minuten von Ganterschwil weg.
Sr. Theodorita hatte sieben Geschwister, 5 Schwestern und 2 Brüder. Fünf
Geschwister sind als kleine Kinder gestorben. Eine Schwester mit 37 Jahren.
Nur sie und ihre Schwester, die vor ihr ins Kloster Menzingen eintrat, sind älter
geworden. Die Familie hat keine Nachkommen. Sr. Theodorita hat keine
Verwandten mehr in Ganterschwil, oder vielleicht weit aussen.
Im Jahr 2005 starb ihre 95-jährige Schwester als Sr. Anna-Franziska im Kloster
Menzingen.
Maria Katharina Breitenmoser ist am 2. Oktober 1934, im Alter von 31. Jahren,
ins Kloster Baldegg eingetreten. Es folgte die Zeit der Einführung und Einübung
ins Ordensleben in Kandidatur und Noviziat. Am 20. August 1936 hat sie als
Schwester Theodorita ihre Ordensprofess abgelegt.
Schwester Theodorita als Baldegger Schwester
1936 – 1945 Bürgerheim Muri AG: Betreuung der Kinderabteilung,
die zu dieser Zeit mit dem Altersheim verbunden war
1946 – 1956 Kinderheim Mariazell in Sursee, bei Kindern aus
zerrütteten Familie
1956 – Dezember 1987 Kinderheim Schüpfheim, später Kantonale
Sonderschule genannt, bei praktisch bildungsfähigen
Kindern
1988 Haus St. Josef Baldegg
1999 Pflegeheim des Mutterhauses in Baldegg
Schwester Theodorita hat immer Kinder betreut und mit ihnen gearbeitet. Sie
hatte viele Fähigkeiten in verschiedenen Handarbeiten. Sie ist ein sehr kreativer
Mensch.
Schwester Theodorita ist immer noch in bester geistiger Verfassung, hat ein
gutes Gedächtnis, interessiert sich für die Mitschwestern, für die Gemeinschaft,
für die Kirche und die Welt. Sie liest gerne, macht bei gemeinsamen Anlässen
mit, kann weben und verfertigt gerne verschiedene Handarbeiten. Sie freut sich
am Leben – aber auch aufs Sterben.
Auf die Frage, warum Schwester Theodorita ins Kloster gegangen sei, hat sie
geantwortet: Die Berufung zu diesem Leben sei tief in ihrem Inneren gewesen,
schon unbewusst. Als kleines Kind habe sie beim Spielen oft ein Tüchlein über
den Kopf gebunden um zu sagen, sie sei oder werde eine Schwester. Später
wurde es ihr tiefster Wunsch, ihr Leben Gott zu weihen, das heisst ihr Leben
durch die mit dem Kloster verbundenen Verpflichtungen Gott zu schenken. Zum
Ordensleben oder zum Klosterleben gehören:
•
das persönliche und gemeinsame Gebet •
das Leben nach den drei Gelübden: Armut, Jungfräulichkeit, Gehorsam. •
der Einsatz für die Mitmenschen durch die Erfüllung gemeinsamer Aufgaben.
Schwester Theodorita musste, aus Rücksicht auf ihre Familie, lange auf den
Klostereintritt warten. Viele Jahre hat sie in der Stickerei der Eltern zum
Lebensunterhalt der Familie beigetragen.
Schwester Theodorita sagt, sie habe nie bereut, ins Kloster gegangen zu sein.
Sie sei glücklich und würde heute wieder das gleiche tun.
Januar 2006