Priester und Ordensleute
aus unserer Pfarrei


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Präsentation eines Schülerprojekts
zum Jahr der Berufungen



Kurz vor den Weihnachtsferien nahmen die Schüler Kontakt mit den verschiedensten Köstern auf:



Die Antworten und das, was sich bisher weiter daraus entwickelte, wird auf diesen Seiten dargestellt. Das Projekt läuft noch, deshalb werden diese Seiten noch erweitert.
Viel Freude beim Lesen!



Forschen nach Ordensleuten

Ein Projekt im katholischen Religionsunterricht befasst sich mit kirchlichen Berufen

Ganterschwil. Das Jahr der Berufung öffnet den Blick auf alle kirchlichen Berufe, vom ehrenamtlichen Einsatz zur vollamtlichen Tätigkeit und den Ordensberufen.

Margrit ottino

Marcus Schatton, Pastoralassistent, hat mit der 5. und der 6. Klasse dieses Thema ausgiebig behandelt. Als Einstieg hörten die Schüler aus dem Leben und Wirken des heiligen Benedikt und bastelten ein Klostermodell. Der Besuch im Kloster Fischingen brachte sie konkret mit dem Leben im Kloster in Kontakt. So richtig viel Arbeit gab es, um die Frage zu beantworten: «Gab es auch Ordensleute aus Ganterschwil?»

Antworten auf fast alle Briefe

Etwa 25 handgeschriebene Briefe wurden versandt, an alle grossen Ordensgemeinschaften und die Klöster in der Ostschweiz. Die Schüler brauchten gar nicht lange zu warten, fast ausnahmslos wurden die Anfragen beantwortet. Selbst die negativen Bescheide hatten spezielle Aspekte: im Archiv des Kloster Berg Sion, Gommiswald, wurde bis 1772 nachgeschaut, ein anderes Kloster fand auf 400 Jahre zurück keine Ordensfrau aus Ganterschwil. Mariazell Wurmsbach besteht seit 1259, so weit die Archivverzeichnisse noch vorhanden seien, konnte kein Eintrag Ganterschwil gefunden werden.

Zwölf, wie die Apostel

Was alle sehr überraschte: es gab insgesamt Auskünfte über zwölf Ordensleute aus dem kleinen Dorf, jede für sich eine eigene Geschichte. Bereits im Jahr 1922 reiste der junge Pater Leodegar Gehrig als Missionar nach Afrika, wo er leider nach wenigen Monaten an Malaria verstarb. Pater Othmar Landolt war zuerst Vikar in Herisau, dann fühlte er sich berufen ein stilleres Leben als Karthäuser zu führen. In den Wirren des Zweiten Weltkrieges musste er aber immer wieder in andere Klöster in verschiedenen Ländern Europas umsiedeln. Aus dem Lebenslauf von Sr. Anna Franziska Breitenmoser, die im Dezember 2005 95jährig verstorben ist, ging hervor, dass sie die Gesamtschule von ca. 100 Kindern mit nur einem Lehrer besucht habe.

Fragenkatalog

Für einige Jahre sei sie dann froh über den Arbeitsplatz in der Kleiderfabrik gewesen, um zum Lebensunterhalt der Familie beitragen zu können.

Für die noch lebenden Ordensleute stellten die Schüler eine Liste mit teils sehr persönlichen Fragen zusammen: über ihre Jugend in Ganterschwil, die Familie, den Grund ihres Entscheides für das Klosterleben und «ob es ihnen immer noch gefalle».

Freundliche Briefe

Ordensschwester Sr. Robertine Zwinggi, Ilanz, freute sich sehr über den Briefwechsel mit den Kindern aus ihrem Heimatdorf, sie habe auch die Internetseite der Pfarrei angeschaut. Für Schwester Theodorita Breitenmoser, die am 27. Januar 103 Jahre alt wird, antwortete eine Mitschwester. Auch junge Frauen folgten ihrer Berufung: im Kloster Glattburg, Oberbüren, leben Schwester Scholastika Eilinger und die Novizin Petra Rüegg.

Die Antworten aus den Klöstern, so Marcus Schatton, mussten im Unterricht teils besprochen und erklärt werden: die Kinder hätten heute einen anderen Wortschatz und unterschiedliches Sprachverständnis. Diese «Forschungsarbeit» habe den beiden Klassen Einblick in eine ihnen wenig bekannte Lebensart erlaubt und dazu noch Spass gemacht.

Die freundlichen Briefe mit den vielen guten Wünschen aus den Klostergemeinschaften haben ebenfalls gezeigt, dass die Freude gegenseitig war.

aus dem Toggenburger 2.2.2006