SCHWESTER ANNA FRANZISKA BREITENMOSER
Geb.: 15. Mai 1911 Profess am 23. August 1938 t 4. Dezember 2005
Aus ihrem Leben berichtete Schwester Anna Franziska im März 1976: "Als das
fünfte von acht Kindern, von denen drei bald nach der Geburt und eines mit
zwei Jahren starben, wurde ich im heimeligen Dorf Ganterschwil zwischen Thur
und Neker geboren und auf den Namen Lidwina getauft. Mit meinen drei
Schwestern verlebte ich eine frohe Jugend. Mit unseren lieben Eltern wurde viel
gearbeitet, gebetet, aber auch gesungen und die Fröhlichkeit gepflegt. Die
Schule besuchte ich sehr gerne. Wir hatten eine Gesamtschule von zirka hundert
Kindern mit einem Lehrer, der sehr tüchtig war und uns mit Güte und Strenge
lehrte. In dankbarer Erinnerung denke ich an ihn zurück. Nach der Schule
arbeitete ich bis zu meinem zwanzigsten Altersjahr in Ganterschwil in einem
Kleidergeschäft.
Dann wollte ich den Haushalt und das Kochen noch besser erlernen. So kam ich
1931 nach Fribourg ins Salesianum. Viele Heimwehtränen flossen anfangs in
der fremden, ungewohnten Umgebung. Meine liebe Mutter ermunterte mich
zum Durchhalten, und so blieb ich dann auch froh und zufrieden dort bis zu
meinem Eintritt in die Kandidatur im Jahre 1936. Meine erste Klosterzeit durfte
ich bei der guten Schwester Notburga in der Pensionatsküche verbringen. Nach
der heiligen Profeß kehrte ich wieder in das vertraute Salesianum zurück und
arbeite seitdem in der Küche für die Priester und die Theologiestudenten und
seit einigen Jahren auch für viele Laienstudenten.
Einige Jahre durfte mit Erlaubnis des Herrn Regens und der lieben Frau Mutter
meine liebe Mutter bei uns im Salesianum wohnen. Nach dem Tod einer
Tochter, die für sie gesorgt hatte, war sie allein und einsam geworden. Sie wurde
wegen ihrer Güte und Hilfsbereitschaft von allen geliebt und wurde einfach
"Mutter" genannt. Gott holte sie 1964 im Alter von 91 Jahren heim. Herr Regens
sagte oft: Die "Mutter" ist der Segen des Hauses! Sie war eine tief fromme, viel
betende Frau. Sie sagte auch ihr tapferes Ja, als 1934 die älteste Tochter in
Baldegg und auch als ich 1936 in Menzingen eintrat.
Später fügte Schwester Anna Franziska hinzu: "Januar 1988: Abschied vom
lieben Salesianum. Herzlichen Dank für alles, was ich dort empfangen durfte!
Seither bin ich nun im Maria vom Berg, wo wir es sehr schön und gut haben
und, was mich sehr freut, viel Zeit zum Beten. Meine Zukunft überlasse ich dem
Willen Gottes. Herzlichen Dank an die lieben Oberen und an die gütige
Schwester Elsbeth für alles, was ich in der neuen Heimat in Maria vom Berg
erhalten habe. Gott wird auch im Lebensabend meine Hoffnung sein."
Wir möchten heute Schwester Anna Franziska von Herzen danken, nicht nur für
ihre Dienste im Salesianum, während zwölf Jahren auch als Oberin, sondern vor
allem für ihre grosse Güte, ihre Schlichtheit, für ihre Großzügigkeit und
Freundlichkeit als Gastgeberin. Sie hat sich von Gott führen lassen und hat ihm
vertraut. Möge er ihr ewiges Leben schenken.